„Ihr Augenaufschlag ist bezaubernd, Madame!“

Dichte, volle und lange Wimpern dauerhaft und ohne Wimperntusche – das wünscht sich jede Frau. Doch wie soll man es anstellen, wenn nicht naturgegeben? Ich habe verschiedene Methoden für Euch getestet.

I.  Wimpernextensions

Viele Frauen lassen sich ihr Haar verlängern – ich trage Wimpernextensions, und das seit nunmehr sechs Jahren.  Morgens so auszusehen wie am Abend zuvor und den Liebsten nicht im Ungeschminkt-LIhr Augenaufschlag IIIook zu erschrecken – das war mein Wunsch.  Meine Wahl fiel auf das „Elegant & Excellent“-Studio in Hannover. Verwendet werden dort ausschließlich Produkte der Firma LuxusLashes.  Drei  Looks stehen zur Auswahl: Natural,  Mascara oder Drama. Die Kosten für eine Erstbehandlung liegen in diesem Studio bei € 160,–, das Refill schlägt je nach Auffüllrhythmus (3, 4 oder ab 5 Wochen) mit € 35,–bis € 55,– zu Buche.

Ich habe mich dafür entschieden – und jetzt?

Je nach Eigenwimpernanteil wird bei der Erstbehandlung mit der Wimperndesignerin besprochen, welcher Look möglich ist; auch sie kann nicht uneingeschränkt zaubern. Bei sehr spärlichem Wimpernwuchs darf man keinen Drama-Look erwarten.  Es stehen verschiedene Wimpern zur Auswahl (3D-Wimpern, farbige sowie Seiden- und Nerzwimpern –doch keine Sorge, die sind nicht aus echtem Nerz, sondern nur besonders zart). Je nach Look werden entsprechend viele einzelne künstliche Wimpern auf die eigenen Wimpern appliziert und fallen im Laufe der Wochen dem natürlichen Wachstumszyklus entsprechend wieder aus. Das Kleben der Wimpern ist weder schmerzhaft noch unangenehm, eine Behandlung dauert ca.  1 – 2 Stunden, das Refill oft sogar nur 45 Minuten.

Was gilt es zu beachten?

Da ist zunächst die Wahl des richtigen Wimpernstudios. Ich persönlich empfehle – auch aufgrund eigener Erfahrungen – nur in ein Studio zu gehen, dass ausschließlich Wimpernextensions anbietet, denn nur wo den ganzen Tag nichts anderes gemacht wird als Wimpern zu kleben, kann man auch ein gescheites Ergebnis und entsprechend geschultes und erfahrenes Personal erwarten.  Ein Friseur oder Nagelstudio mit dem Nebenherangebot „Wimpernverlängerung“  kann diese Leistung niemals erbringen.

Entgegen der Angaben aller Wimpernstudios ist man mit Extensions  sehr wohl ein wenig eingeschränkt und muss sich schon selbst disziplinieren. Mal eben ausgiebig die Augen reiben ist nicht mehr, auch eine ausgiebige Komplettgesichtswäsche nicht. Die Wimpern dürfen nicht nass werden! Saunagänge sind kein Problem, beim Schwimmen entweder nicht im Bereich plantschender Kinder aufhalten oder  Schwimmbrille tragen. Beim Entfernen des Augenmake-up (Lidstrich und –schatten, Tusche braucht ihr ja nicht mehr) sind neue Wege gefragt (Verwendung von ölfreien Produkten/Arbeit mit Ohrenstäbchen), aber das ist alles hinzukriegen und geht im Laufe der Zeit in Fleisch und Blut über. Da die Extensions im Laufe der Wochen mit der eigenen Wimper ausfallen, wird auch die anfängliche Fülle spärlicher werden. Bitte beachtet auch, dass Eure eigenen Wimpern durch diese Methode mit der Zeit immer kürzer und dünner werden. Solltet Ihr Euch eines Tages entschließen, damit aufzuhören, kommt für den Übergang Methode II infrage:

II.  Band- oder Einzelwimpern zum Selbstaufkleben

Wimpern gibt es für alle Gelegenheiten

Wimpern gibt es für alle Gelegenheiten

Eine schöne Idee, um kurzzeitig in den Genuss langer Wimpern zu kommen. Die Auswahl ist enorm, man wird schnell in jedem Drogeriemarkt oder im Internet fündig; je nach Gusto gibt es auch hier vom Natural bis zum Drama Look alles zu kaufen. Preislich liegen die Wimpern zwischen € 2,99 bis in den zweistelligen Bereich hinein. Wer nicht ganz so aussehenwill, als ob er zum Karneval geht, liegt mit Wimpern im Preissegment zwischen   €  6,– bis € 15,– richtig.

Nachteil: Anbringen und Haltbarkeit

Empfehlenswert wäre es, sich zunächst eins der zahlreichen Tutorials zu diesem Thema auf YouTube anzusehen; zum Kleben braucht man als Anfänger schon einiges an Geduld, eine ruhige Hand, guten Kleber,  eine Pinzette und einen Zahnstocher oder eine Haarnadel, um die Enden anzudrücken. Schiefgehen kann erstmal alles:  Das Wimpernband ist zu lang – dann mit der Nagelschere um ca. 2 – 3 mm kürzen. Die Wimpern kleben noch nicht richtig, aber der Kleber ist schon getrocknet – also wieder runter mit der ganzen Pracht und von vorne. Die Wimpern kleben – aber irgendwie viel zu weit oben oder komplett schief! Arrgg! Hier heißt es üben, üben, üben. Und dann, meine Lieben, kann es richtig schick werden. Es bleibt Euch überlassen, ob Ihr Eure Wimpern jeden Abend wieder abnehmt, mit dem richtigen Kleber halten sie auch mal 2 Tage lang. Leider leidet mit jedem Abnehmen auch das Wimpernband, spätestens nach dem vierten, fünften Mal  sind sie nur noch für die Mülltonne bestimmt.

III.  Wimpernwachstumsserum

Wimpernwachstumsseren enthalten zumeist in wesentlich aIhr Augenaufschlag IVbgeschwächterer Form Wirkstoffe, die in verschreibungspflichtigen Augentropfen wie z.B. Latisse oder Lumigan gegen grünen Star zu finden sind. Die Erfahrungsberichte zur Nutzung  reichen von „Was für ein Scheiß – Wirkung = Null für teuer Geld. Nie wieder!“ bis zu  „Supi! Ich muss meine Wimpern mit der Schere schneiden, so doll sind sie gewachsen!“. Leider kennt man meistens persönlich niemanden, der ein solches Serum nutzt.  Meine Kollegin Ela allerdings überraschte nach längerer Zeit der Abwesenheit mit Klimperwimpern, die ihresgleichen suchen – das Geheimnis lautet „RevitaLash“.  Überzeugt von der Wirkung, habe ich mich zum Selbstversuch entschieden.

Beschaffung, Handhabung und Wirkung

„RevitaLash“  ist mit knapp € 60,– bis € 80,– für 2 ml im Internet und in gut sortierten Parfümerien zu haben und liegt damit im mittleren Preissegment der Seren. 2 ml hört sich wenig an, ist aber bei einmaliger Anwendung am Tag für gut 3 Monate ausreichend. Der enthaltene Wirkstoffkomplex soll die natürliche Wachstumsphase der Wimpern verlängern, neuen Haarwuchs begünstigen und die vorhandenen Wimpern stärken.

Gepinselt wird ein dünner Strich vorzugsweise abends am oberen und – wer mag – unteren Lidrand. In den ersten Tagen kam es zu einer leichten Rötung am oberen Wimpernkranz, nach zwei Wochen setzte ein leichter Juckreiz ein, der aber schnell wieder verschwand. Ich befinde mich heute in der fünften Woche der Anwendung – es scheint sich etwas zu tun. Schaue ich ganz genau in den Spiegel, sehe ich kleine neue Wimperchen am Oberlid zwischen  meinen Extensions hervorlugen; am unteren Wimpernrand erscheinen meine Wimpern durchaus etwas gewachsen zu sein; zumindest schauen sie dichter aus. Kollegin Ela konnte berichten, dass es gut drei Monate dauert, bis ein ordentliches Ergebnis zu sehen ist – ich werde mich also weiterhin in Geduld üben und warten.

Fazit:  Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile und ist je nach Geldbeutel auf Dauer machbar: Mit Wimpernextensions habt Ihr keine weitere Arbeit bis zum nächsten Refill und schaut zu jeder Tages- und Nachtzeit gut aus. Wer sich jeden Tag die Wimpern selbst klebt, bekommt mit der Zeit so viel Übung, dass das Kleben locker von der Hand geht und durch die Vielfalt der angebotenen Wimpern ein grandioser Look entstehen kann. Klarer Favorit wäre für mich persönlich das Serum, da das Ergebnis natürlich und die Methode am wenigsten zeitaufwendig ist. Bleibt abzuwarten, ob es auch so anschlägt wie erhofft.

Nachtrag nach 3 Monaten Nutzung des Wimpernserums: Klimperwimpern habe ich nicht bekommen, aber tatsächlich sind meine durch das ständige Kleben eher spärlichen Eigenwimpern wieder gut gewachsen. Ich muss weiterhin gewisse „Hilfsmittel“ verwenden, werde aber allein zur Stärkung der Wimpern das Wachstumsserum weiter verwenden!

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